
Saarland & Luxemburg – Mosel
An der Mosel entlang geht es über das Saarland bis nach Luxemburg.
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Der Motorrad-Guide in Luxemburg: die besten Strecken, Touren, Streckensperrungen, Sehenswürdigkeiten und Anreise.
Luxemburg misst nur 2.586 Quadratkilometer, kaum größer als das Saarland, und doch teilt sich das Großherzogtum für Motorradfahrer klar in zwei Reviere. Der Norden, das Éislek (deutsch Ösling), gehört geologisch zu den Ardennen: bewaldete Höhenzüge, tief eingeschnittene Flusstäler und Plateaus zwischen 400 und 500 Metern. Der Süden, das Gutland, ist Teil des Lothringer Stufenlands — offener, sanfter, meist um die 300 Meter. Im Osten und Norden bilden Flüsse die Grenze zu Deutschland (135 Kilometer), im Westen liegt Belgien (148 Kilometer), im Süden Frankreich (73 Kilometer). Wer aus dem Trierer Raum, der Eifel oder dem Saarland anreist, steht nach wenigen Minuten mitten im Revier — das macht Luxemburg zum Ziel für die kurze Feierabendrunde wie für die lange Tagesschleife.

Das fahrerische Herz liegt im Éislek. Hier folgen die Straßen den Flüssen — der Our, der Sûre, der Clerve — und klettern dann in engen Kehren aus den Tälern auf die Höhen. Genau dieser Wechsel ist der Reiz: unten das schattige, kurvenreiche Talband dicht am Wasser, oben die weiten Hochflächen mit Fernblick über Wald und Grenzland. Alpine Pässe hat Luxemburg nicht; sein Kurvencharakter entsteht an den Talkanten, wo Serpentinen 150 bis 200 Höhenmeter am Stück überwinden, und auf den Plateaustraßen, die in langgezogenen Bögen über Felder und Forst laufen. Der Belag ist überwiegend gut, das Straßennetz dicht, die Beschilderung eindeutig.
Die markanteste Achse ist das Ourtal an der deutschen Grenze. Die Our, gut 96 Kilometer lang, entspringt bei Büllingen in Belgien auf über 640 Metern und fließt nach Süden bis Wallendorf, wo sie in die Sûre mündet. Über weite Strecken ist der Fluss Kondominium — deutsch-luxemburgisch gemeinsam verwaltet —, und die Straße windet sich am Ufer entlang, mal diesseits, mal jenseits. Bei Vianden liegt der einzige Zipfel Luxemburgs östlich der Grenzflüsse; auf den Höhen darüber staut eines der größten Pumpspeicherwerke Europas sein Oberbecken. Von Vianden zieht das enge, schattige Tal weiter über Stolzembourg nach Norden — langsames, konzentriertes Fahren mit ständigem Blick aufs Wasser.
Westlich davon schneidet die Sûre ihre Schleifen ins Gestein. Bei Esch-sur-Sûre legt sich der Fluss in eine so enge Windung, dass der alte Ort fast von Wasser umschlossen ist. Wenige Kilometer weiter staut eine Talsperre den Obersauer-Stausee auf, mit 3,8 Quadratkilometern die größte Wasserfläche des Landes und zugleich sein wichtigster Trinkwasserspeicher. Die Uferstraßen sind gemächlich und aussichtsreich, gemacht zum Rollenlassen. Weiter flussab nimmt die Sûre bei Wallendorf die Our auf und bildet dann selbst die Grenze bis Wasserbillig, wo sie auf nur 129 Metern — dem tiefsten Punkt Luxemburgs — in die Mosel fällt.

Ein ganz anderes Gesicht zeigt der Osten: das Müllerthal, die „Kleine Luxemburger Schweiz". Hier hat die Schwarze Ernz ein Labyrinth aus Sandsteinfelsen, Schluchten und moosgrünen Klammen freigelegt. Die Straßen um Berdorf, Beaufort und Consdorf sind schmal und verwinkelt, führen durch dichten Buchenwald und dicht an den Felskanten vorbei — kein schnelles Terrain, dafür eines mit ausgeprägtem Charakter. Echternach, mit einer Gründung im Jahr 698 die älteste Stadt des Landes, liegt am Talausgang an der Sûre und ist das natürliche Tor in diese Ecke.
Im Südosten wird das Fahren weiträumiger und sonniger. Auf 36 Kilometern bildet die Mosel die Grenze zu Deutschland, und die Weinstraße zieht flüssig am Wasser entlang: Schengen, Remich, Wormeldange, Grevenmacher. Die Hänge stehen dicht in Reben — die luxemburgische Mosel bringt trockene, kühle Weißweine hervor, vor allem Rivaner, Auxerrois, Pinot Gris und Riesling. Wer nach dem engen, welligen Éislek einen ruhigen Ausklang sucht, findet ihn auf diesen breiten, gut ausgebauten Uferbögen.
Ganz im Süden und in der Mitte, im Gutland, öffnet sich die Landschaft. Statt enger Kehren dominieren langgezogene Schwünge über Ackerland und durch Mischwald, unterbrochen von den Tälern der Alzette und ihrer Nebenflüsse. Das Tempo darf steigen, die Übersicht ist gut, und die Wege zwischen den Regionen bleiben kurz. Der äußerste Südwesten rund um Esch-sur-Alzette war das Zentrum des luxemburgischen Eisenerzbergbaus — das Minett, das „Land der roten Erde", eine industriegeschichtlich geprägte Ecke, die den Kontrast zum grünen Norden zusätzlich schärft.

Die Höhen sind für mitteleuropäische Verhältnisse bescheiden, prägen aber das Fahrgefühl. Der höchste Punkt, der Kneiff bei Wilwerdingen im äußersten Norden, misst 560 Meter; der benachbarte Buurgplaatz (559 Meter) galt lange als höchste Erhebung und trägt bis heute die alte Gedenkplatte. Zwischen tiefstem und höchstem Punkt liegen nur gut 430 Meter — genug, dass jede längere Runde spürbar steigt und fällt und die Landschaft mit jeder Talstufe wechselt.
Die kurzen Wege sind Luxemburgs eigentlicher Trumpf: In einer Tagestour lassen sich Éislek, Müllerthal und Mosel verbinden, ohne je weit fahren zu müssen. Das Klima ist gemäßigt-atlantisch, im Norden etwas rauer und feuchter als im geschützten Moseltal; die beste Saison reicht von Mai bis in den goldenen Oktober, wenn sich die Buchenwälder des Éislek färben. Luxemburg fährt sich nicht laut und nicht spektakulär, sondern konzentriert — enge Täler, saubere Kurvenfolgen, kurze Distanzen und ein ständiger Landschaftswechsel auf kleinstem Raum. Genau das macht das Großherzogtum zu einem eigenständigen Motorradrevier und nicht bloß zur Durchfahrt zwischen Eifel und Ardennen.
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Das Großherzogtum Luxemburg ist mit etwas mehr als zweieinhalbtausend Quadratkilometern nicht das größte europäische Land, hat aber für Motorradfahrer eine Menge zu bieten.

Luxemburg ist ein eigenartiges Land. Es ist – nach Malta – das zweitkleinste Land in der EU. Innerhalb der Gesamtbevölkerung der EU beträgt der Anteil der Luxemburger nur 0,1 Prozent. In Luxemburg leben nämlich gerade mal knapp 600.000…
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